Fußball

Kolumne von Lothar Matthäus über Dayot Upamecano und FC Bayern

Lothar Matthäus

Lothar Matthäus erklärt in seiner Kolumne, dass der FC Bayern im Fall Dayot Upamecano eine klare Kante zeigen muss.

Lothar Matthäus
Bild
Lothar Matthäus

Unterföhring, 02.02.2026

Der Sky Sport Experte nennt Nico Schlotterbeck als mögliche Alternative und ist voll des Lobes für HSV-Youngster Luka Vuskovic.


Die Mannschaft des FC Bayern hat momentan Probleme in der Defensive, das hat auch das 2:2 in Hamburg am Samstag gezeigt.


Ich glaube aber nicht, dass die Mannschaft durch die unklare Zukunft von Dayot Upamecano gestört wird, so etwas gehört zum Fußball dazu.


Allerdings sieht man an Upamecanos Leistungen, dass ihn diese Situation stört. Er hat ein überragendes Jahr 2025 gespielt, aber er ist nicht mehr so sicher, wie er es bis zum vergangenen November war.


Zuletzt hatte er nicht mehr dieselbe Qualität, war nicht mehr so stark in den Zweikämpfen, hatte nicht mehr das richtige Stellungsspiel. Er macht wieder die Fehler, die er früher gemacht hat.


Bayern muss dem einen Riegel vorschieben


Die Bayern sind bei Upamecano an ihre Grenzen gegangen. Das Angebot, das der Verein dem Spieler gemacht hat, ist überragend. Normalerweise muss man, wenn man solch einen Vertrag vorgelegt bekommt, am nächsten Tag unterschreiben.


Hoeneß wird sich das nicht lange gefallen lassen


Ich glaube, dass sich Uli Hoeneß das nicht mehr lange gefallen lässt, sondern dass man sagt: "Wenn du nicht unterschreibst, ziehen wir das Angebot zurück und schauen uns nach einem neuen Spieler um."


Ich bin der Meinung, dass Bayern München diese Spielchen nicht mitmachen darf. Der Verein ist eigentlich in der Pflicht zu sagen: "Jetzt schiebe ich irgendwann den Riegel davor. Dann eben nicht Upamecano über die aktuelle Saison hinaus, sondern wir versuchen, einen neuen Spieler zu holen!"


Mehr ist nicht drin, und wenn es dann noch etwas zu überlegen gibt, muss der Verein sagen: "Wir werden keinen Euro mehr drauflegen, aber wir müssen die nächste Saison planen."


Bayern München könnte nicht mehr in den Spiegel schauen, wenn man das Angebot auch nur um 100.000 Euro aufbessern würde.


Ob ein Spieler 20 oder 21 Millionen im Jahr verdient, hört sich für einen Normalverdiener brutal an, aber für einen Profi dieser Kategorie wäre es nur so etwas wie ein kleines zusätzliches Trinkgeld.


Das alles kann man mit Geld gar nicht bezahlen


Upamecano hat mit dem FC Bayern etwas aufgebaut, er fühlt sich wohl in München, er bekommt die Wertschätzung vom Verein sowie vom Trainer und er sagt, dass er einen super Draht zu Vincent Kompany hat. Das alles kann man mit Geld gar nicht bezahlen.


Wenn sich jemand irgendwo wohlfühlt, dann sollte es nicht ums Geld gehen. In meinen Augen ist es für einen Spieler wichtig, dass du dir ein angenehmes Umfeld aufbaust, dass du dich mit deinen Teamkollegen verstehst und sportliche Perspektiven hast. Das ist in München alles gegeben. Upamecano ist seit 2021 da und spielt bei einem der besten Vereine der Welt.


Was würde ihn zum Beispiel in Madrid erwarten? Vielleicht ein Trainer, der nicht so auf ihn baut, ein Umfeld, wo er sich vielleicht nicht so wohlfühlt. Wenn Real für ihn eine neue Herausforderung ist und er dort das verdienen kann, was er sich vorstellt, dann ist das in Ordnung. Aber dann brauche ich nicht drei Monate, um es mir zu überlegen.


Schlotterbeck würde alles mitbringen


Sollte Upamecano den FC Bayern verlassen, brächte Nico Schlotterbeck eigentlich alles mit, was sich der FC Bayern vorstellt. Ich würde keine Schwächung gegenüber Upamecano sehen, wenn Schlotterbeck nach München käme.


Nico kennt die Bundesliga, er ist in Dortmund Führungsspieler und Vizekapitän, in der Nationalmannschaft ist er für mich mittlerweile gesetzt. Er könnte sich mit Jonathan Tah schon bei der Weltmeisterschaft einspielen.


Vuskovic ist mit 18 schon so weit wie Upamecano


Ich würde es auch Luka Vuskovic jederzeit zutrauen, bei einem noch größeren Verein als dem HSV seinen Mann zu stehen.


Ich habe ihn am Samstag in Hamburg zum ersten Mal live im Stadion gesehen, er bringt nicht nur Zweikampfstärke und Kopfballgefahr mit, sondern er spielt mutig, clever, ruhig, er organisiert und dirigiert. Mit 18 Jahren ist er schon so weit wie Upamecano. Er ist ein absoluter Leader. Das findet man selten, gerade auf dieser Position.



Schlotterbeck wäre billiger als Vuskovic


Vuskovic spielt erst seit einem halben Jahr in der Bundesliga, aber er macht es überragend aufgrund seiner Persönlichkeit.


Allerdings steht er bis 2030 bei Tottenham unter Vertrag. Da wäre Schlotterbeck wahrscheinlich wesentlich günstiger zu haben.


Mehr zu den Autoren und Autorinnen auf skysport.de


Alle weiteren wichtigen Nachrichten aus der Sportwelt gibt es im News Update nachzulesen.

© Sky
Sky Sport-PR
Zur Pressemappe

Kontakt

Sky Sport-PR
Medienallee 26
DE-85774 Unterföhring

+49 89 99 58-68 83
Sky-Sport-PR@sky.de

Social Media & Links

Facebook
X
Instagram
LinkedIn
YouTube
TikTok
Homepage

Themen

» Fußball
» Medien / TV

Aktionen

Download als TXT
Drucken

Mediathek

1 Medien
Lothar Matthäus
© sky Download

Mehr von Sky Sport-PR

Fußball

Bayerns Sportvorstand Eberl zu Kompanys Rede: „Mich hat es brutal berührt“

Die wichtigsten Stimmen im Vorlauf zu den Samstagnachmittagspartien des 23. Spieltags der Fußball-Bundesliga bei Sky.   Vincent Kompany (Trainer FC Bayern München) … … zum Umgang mit seinem Statement über Rassismus: „Ich war vorher in der Spielvorbereitung und bin jetzt im Spielmodus. Dieser schöne Sport bringt wieder 75.000 Leute zusammen. Für mich geht es heute rein um das Sportliche. Ich hoffe, dass es in den meisten Fällen auch rein um das Sportliche geht und wir das eigentlich ...

Sky Sport-PR
Fußball

Wolfsburgs Trainer Bauer zählt sein Team an: „So werden wir die Klasse nicht halten“

Die wichtigsten Stimmen zu den Samstagnachmittagspartien des 23. Spieltags der Fußball-Bundesliga bei Sky.   Vincent Kompany (Trainer FC Bayern München) … zum Spiel: „Vom Gefühl waren wir zu locker, wir haben viele Möglichkeiten vergeben. Nach unserer dominanten Phase wäre ein 3:0 verdient gewesen. Den ersten Fehler von Harry kann ich einordnen, solche Momente passieren einem Stürmer im Strafraum. Das zweite Tor schenken wir dann her und danach hat Frankfurt richtig gepusht. Wir haben...

Sky Sport-PR
Fußball

Leipzigs Kapitän Raum nach verspielter Führung: „Schwer enttäuscht, richtig wütend und richtig sauer“

Die wichtigsten Stimmen zum tipico Topspiel des 23. Spieltags der Fußball-Bundesliga zwischen RB Leipzig und Borussia Dortmund (2:2) bei Sky.     Ole Werner (Trainer RB Leipzig) ... … zum Grund für den späten Punktverlust: „Wir haben es nicht geschafft, noch einmal einen Konter zu setzen. Vor allem haben wir in den letzten zehn Minuten keine klaren Entscheidungen im Ballbesitz getroffen. Dortmund hat von der Bank noch einmal Qualität gebracht und dem Spiel eine andere Richtung gegeben...

Sky Sport-PR
Fußball

FSV-Torschütze Amiri nach Remis gegen den HSV: „Muss für uns in der Situation eigentlich ein Pflichtsieg sein“

Die wichtigsten Stimmen zum Freitagabendspiel des 23. Spieltags der Fußball-Bundesliga zwischen 1. FSV Mainz 05 und Hamburger SV (1:1) bei Sky.     Urs Fischer (Trainer 1. FSV Mainz 05) ... … zum Regelverstoß beim Gegentor: „Die offensive Mauer des Gegners muss einen Meter Abstand zu unserer Mauer haben. Man kann sich die Bilder anschauen: Der HSV-Spieler steht eigentlich fast in unserer Mauer. Das ist dann strafbar, es wäre ein indirekter Freistoß für uns gewesen. Der Schiedsrichter...

Sky Sport-PR