Unterföhring, 22.08.2025
Am Freitag startet die Bundesliga-Saison 2025/26 mit dem Kracher FC Bayern gegen RB Leipzig. Kaum einer kennt die höchste deutsche Spielklasse so gut wie Felix Magath.
Im exklusiven Interview mit skysport.de spricht der langjährige Bundesliga-Coach über den FC Bayern und mögliche Verfolger. Zudem erklärt er, wieso er froh ist, dass Nick Woltemade beim VfB bleibt und verrät welche Überraschungsteams er auf dem Zettel hat.
Skysport.de: Hallo Herr Magath, Sie sind seit Kurzem als Sportvorstand bei ihrem Heimatklub Viktoria Aschaffenburg eingestiegen. Wie waren die ersten Wochen?
Felix Magath: Da kann ich noch gar nicht so viel dazu sagen. Es ist ein neues Projekt und ich muss mich hier erst einarbeiten.
skysport.de: Der Hamburger SV quälte sich nach einer durchwachsenen Vorbereitung im DFB-Pokal weiter. Wie sehen Sie die Situation in Hamburg?
Magath: Da ich mittlerweile in München wohne, kann ich den HSV nicht mehr so verfolgen. Was ich sagen kann, ist, dass man die Vorbereitung und auch Leistungen im DFB-Pokal nicht überbewerten sollte. Da ist es einfach wichtig, eine Runde weiterzukommen. Das haben sie geschafft und somit geht es in dem Wettbewerb auch weiter. Ansonsten gibt es für mich keinen Grund beim Hamburger SV genauer hinzusehen.
skysport.de: Kommen wir zum Thema des Sommers. Der Wechsel-Poker um Nick Woltemade. Wie schätzen Sie diese Situation ein? Könnte der FC Bayern doch noch zuschlagen?
Magath: Sie waren offenbar interessiert und man hat miteinander geredet. Auch der Spieler wollte wechseln. Ich als Fußballfan bin aber froh, dass es sich jetzt so aufgelöst hat. Ich glaube, dass es sowohl für den Spieler, aber auch für den VfB Stuttgart besser ist, dass Woltemade bleibt. Mit ihm hat der VfB noch einen weiteren gefährlichen Stürmer und deswegen traue ich dem VfB auch zu, an die Saison von vor zwei Jahren anzuknüpfen. Ich bin zudem überzeugt, dass der Spieler sich in Stuttgart noch weiterentwickeln wird und damit ist er für unsere Nationalmannschaft wertvoller. Schließlich wäre es für Woltemade bei Bayern schwieriger geworden, auf Einsatzzeiten zu kommen. Somit ist die Situation am besten für den deutschen Fußball. Kein Transferpoker ist so heiß wie der um Nick Woltemade und seinem möglichen Wechsel zum FC Bayern. Jetzt spricht VfB-Vorstandsvorsitzender Alexander Wehrle ein Machtwort.
skysport.de: Sie trauen dem VfB eine ähnliche Saison wie vor zwei Jahren zu - damals stand am Ende die Vizemeisterschaft. Ist Stuttgart für Sie also der härteste Konkurrent für den FC Bayern um den Titel?
Magath: So weit würde ich nicht gehen. Der FC Bayern ist für mich der klare Favorit auf die Meisterschaft und ich sehe auch niemanden, der auf Augenhöhe mit den Bayern spielen kann. Der erste Verfolger ist dann für mich Borussia Dortmund. Niko Kovac hat die Situation dort im Laufe der letzten Saison sehr gut in den Griff bekommen. Der BVB sollte eine bessere Saison spielen und ich gehe davon aus, dass die Dortmunder hinter den Bayern den zweiten Platz belegen werden.
skysport.de: International hat die Konkurrenz noch breitere Kader als die Bayern oder der BVB. Harry Kane sagte zuletzt selbst, dass der Münchner Kader etwas klein ist. Vor allem in der Offensive hat man einige Spieler verloren. Ist der Kader aus ihrer Sicht dennoch stark genug?
Magath: Auf alle Fälle wird es für die Deutsche Meisterschaft genug sein. Aber natürlich - wenn es in der Champions League gegen die Spitzenteams geht - hat der FC Bayern möglicherweise noch etwas Bedarf. Man muss nämlich damit rechnen, dass der ein oder andere Spieler wegen Verletzungen mal nicht zur Verfügung steht. Ich denke aber, dass der FC Bayern, entweder mit Woltemade, oder sonst jemand anderem, noch etwas machen wird.
skysport.de: Bei den Bayern wird derzeit auch viel über die Jungen aus dem Nachwuchs diskutiert. Als Sie den VfB oder auch Schalke trainiert haben, haben Sie zahlreiche Spieler einfach ins kalte Wasser geworfen. Heute wird immer von 'behutsam aufbauen' gesprochen. Würden Sie sich wünschen, dass die Youngster schon jetzt viel Einsatzzeit erhalten?
Magath: Selbstverständlich. Seit Jahren wird viel darüber geredet und es heißt, dass der Sprung vom Jugendfußball in die Bundesliga zu groß sei. Wir hatten nun aber auch ehemalige Bundesligaklubs, die es selbst in der 2. Bundesliga nicht geschafft haben, den Nachwuchs entsprechend vorzubereiten. Ich denke, wir haben ein Problem, was das Vertrauen in die jungen Spieler angeht. Zu wenige sind bereit, junge Spieler in der Bundesliga einzusetzen. Im Moment kann man aber die Hoffnung haben, dass man beim FC Bayern mit Talenten wie Lennart Karl doch ernst macht und diese in der Bundesliga entwickeln will.
skysport.de: Beim Supercup war es dann so, dass für den angeschlagenen Serge Gnabry trotz 2:0-Führung Raphael Guerreiro und eben kein Karl ins Spiel kam. Können Sie so etwas nachvollziehen?
Magath: Das kann letztlich nur der Trainer entscheiden. Ich sehe die Spieler nicht im Training und kann somit auch nicht beurteilen, wie weit die Spieler sind. Aber selbstverständlich muss man einem jungen Spieler auch mal das Vertrauen schenken, in so einer Partie mal mitzumachen. Wenn die Jungen im Training mithalten können beim FC Bayern, dann kann er auch sicher in dieser Situation gegen den VfB mithalten für die paar Minuten.
skysport.de: Kommen wir zum BVB, der für Sie der erste Verfolger des FC Bayern ist. Sehen Sie Dortmund noch ein Stück vor den anderen Teams?
Magath: Ja, ich denke, dass der BVB sich ein bisschen abhebt von den anderen Klubs. Man muss ja bedenken, dass Leipzig und Leverkusen einen größeren Umbruch hatten. Da weiß man nicht genau, woran man ist, weil es viele neue Spieler und auch jeweils einen neuen Trainer gibt. Ich glaube, dass die beiden Teams eher etwas schwächer einzuschätzen sind als letzte Saison. Daher sehe ich den BVB schon noch vor Leipzig, Leverkusen oder auch dem VfB.
skysport.de: Sie haben Leipzig und Leverkusen angesprochen. Denken Sie, dass diese beiden Teams zusammen mit dem VfB und Frankfurt die Hauptanwärter auf die Champions-League-Plätze sind?
Magath: Diese Teams werden natürlich dabei sein. Und ich weiß nicht, ob mich die Hoffnung treibt, aber ich gehe davon aus, dass in der kommenden Saison der FSV Mainz oder der SC Freiburg in die Champions-League-Ränge kommen können. Vor allem Freiburg, aber auch Mainz, haben das letztes Jahr schon angedeutet, als sie lange auf Königsklassen-Kurs waren. Und nächstes Jahr traue ich diesen Teams die Qualifikation absolut zu.
skysport.de: Sie haben also keine Sorgen wegen der Dreifach-Belastung?
Magath: Nein, denn es ist nicht zu vergleichen, ob man unter der Woche in der Champions League - wie Leverkusen. Dortmund oder Frankfurt - ran muss oder ob man in einem anderen Wettbewerb antreten muss. Daher sehe ich das nicht als Problem. Vor allem Freiburg, aber auch Mainz, haben das letztes Jahr schon angedeutet, als sie lange auf Königsklassen-Kurs waren. Und nächstes Jahr traue ich diesen Teams die Qualifikation absolut zu.
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