Bonn, 07.01.2022
Der Spielbetrieb in der PENNY DEL gerät durch eine Reihe von Corona-bedingten Spielabsagen ins Stocken. Nürnbergs Sportdirektor Stefan Ustorf schlägt vor, die Auf- und Abstiegsregelung neu zu bewerten: „Unser Hauptaugenmerk in diesem Jahr, was das deutsche Eishockey angeht, sollte der sein, dass alle Vereine finanziell gesund durch die Saison gehen. Dass keiner Bankrott erklären muss oder Standorte zugemacht werden müssen. Das sollte unser Hauptthema sein. Auf- und Abstieg unter diesen Umständen ist für mich nicht durchführbar.“ Die Ice Tigers gewannen mit 5:1 gegen Augsburg, spielen am Sonntag beim Tabellenführer Berlin (ab 13.45 Uhr live MagentaSport).
Nachfolgend aktuelle Stimmen und Links sowie ein Interview mit Nürnbergs Sportdirektor Ustorf – bei Verwendung bitte die Quelle MagentaSport benennen. Heute geht´s ab 19 Uhr live bei MagentaSport weiter - mit der Konferenz und der Top-Partie Düsseldorfer EG gegen den Spitzenreiter Berlin. Dazu 3 weitere Partien, darunter: Köln hofft nach 5 Niederlagen auf einen Sieg in Schwenningen.
Nürnberg Ice Tigers – Augsburger Panther 5:1 – „Die Zeit in der Kabine genießen“
Überzeugender Nürnberger Auftritt gegen Augsburg, die das 3. Spiel in 5 Tagen absolvieren. „Wir brauchen die 3 Punkte“, hatte Sportdirektor Stefan Ustorf in der 1. Drittelpause gemahnt, lobte die „Effektivität, die hatten wir in den letzten 3 Spielen nicht.“ Nürnbergs Torhüter Niklas Treutle war ein starker Rückhalt für die Ice Tigers, seine Analyse und die Bedeutung des Sieges: „Extrem wichtiger Sieg. Wir haben unnötig Punkte liegen lassen in der letzten Zeit, das hat uns alle geärgert und gewurmt. Das hat man auch im Training gemerkt, da hat das Tempo und alles gestimmt. Wir waren heute sehr wach, haben ein gutes Spiel gemacht. Wir haben es Augsburg schwer gemacht, um jeden Meter gekämpft.“
Treutle über die aktuelle Phase mit viele Spielausfällen – wie er damit umgeht: „Man genießt einfach die Zeit in der Kabine mit den Jungs. Es gab ja auch schon Zeiten, wo wir das auch nicht hatten. Muss man einfach mitnehmen. Aber es geht an keinem spurlos vorbei.“
Augsburgs Trainer Mark Pedersen über ein schwaches 1. Drittel, als Nürnberg mit 3:0 führte, durch einfache Fehler: „Die 3 Tore haben wir geschenkt, das bringt dich natürlich in einem Nachteil.“ Ob die 3 Spiele einfach zu kräfteraubend waren, das 1:3 in Berlin war erst am Dienstag: „Ich will das nicht als Ausrede gelten lassen. Im Vergleich war es heute schwach. In Berlin haben wir viel Energie gelassen, die lange Rückfahrt. Wir müssen den Kopf oben halten in einer anstrengenden Phase.“
Ob der Ausfall der Partie am Sonntag gegen Wolfsburg deshalb vielleicht sogar helfe: „Nein, wir hätten jetzt ein paar Tage spielfrei, um die Spiele aufzuarbeiten.“
Augsburgs Marco Steinheimer beim Stand von 1:4 nach dem 2. Drittel, bei dem die Panther 2 Stürmer verloren, darunter Adam Payerl wegen einer rüden Aktion mit einer Matchstrafe belegt: „Nach dem schlechten Start war das auch nicht das Drittel, was wir uns erhofft haben. Wir wollten rauskommen und gleich 1 oder 2 Tore machen, um uns fürs letzte Drittel eine besser Ausgangssituation zu schaffen. Das tut jetzt weh mit den beiden Ausfällen noch und der Unterzahl.“
Der Link zum Spiel: www.youtube.com/watch?v=EwCRc5brdwc
Ustorf: „Auf- und Abstieg unter diesen Umständen ist für mich nicht durchführbar.“
Nürnbergs Sportdirektor Stefan Ustorf steht für Klartext. Die vielen Absagen sorgen für eine Schieflage der absolvierten Spiele, auch sei nicht klar, in welcher Verfassung der Gegner gerade antrete. Deshalb sagt Stefan Ustorf über die gegenwärtige sportliche Fairness im MagentaSport-Interview: „Es gibt keine mehr. Die sportliche Fairness in der DEL, in der DEL2, in der Oberliga – die ist vorbei!“ Dass die Saison wie geplant fertig gespielt werden kann, glaubt Ustorf nicht: „Es wird sehr, sehr schwer für alle Beteiligten, eine komplette Saison zu spielen.“
Nürnbergs Sportdirektor ist dafür, die Abstiegsregelung unter den gegenwärtigen Bedingungen auszusetzen. „Ich verbrenn´ mir jetzt wieder den Mund“, mutmaßte Ustorf und fordert: „Ich bin seit 10 Jahren gegen Auf- und Abstieg. Aber unter diesen Umständen sowieso. So wie er jetzt strukturiert, mit einem möglichen Aufsteiger aus der DEL2, macht überhaupt keinen Sinn. Tut mir leid. Unser Hauptaugenmerk in diesem Jahr, was das deutsche Eishockey angeht, sollte der sein, dass alle Vereine finanziell gesund durch die Saison gehen. Dass keiner Bankrott erklären muss oder Standorte zugemacht werden müssen. Das sollte unser Hauptthema sein. Auf- und Abstieg unter diesen Umständen ist für mich nicht durchführbar.“
Ustorf will per se keine Sonderreglung für eine verkürzte Quarantäne für Profi-Sportler: „Wenn es gesundheitlich Sinn macht. Tatsache ist, Sport hin oder her: Unsere Aufgabe ist es, dass unsere Spieler und Mitarbeiter in der Organisation gesund bleiben. Wenn es sich herausstellt, wissenschaftlich von Ärzten geprüft, dass 5 Tage Quarantäne reichen, dann gerne.“
Bietigheim Steelers – Kölner Haie 4:3 – Viele Schüsse, keine Punkte für Köln
Höhenflug für die Steelers nach 5 Siegen, schwierige Phase für die Haie, die beim Aufsteiger 59 Torschüsse abgaben, damit einen Saisonrekord erzielten, aber keine Punkte mitnahmen. Kölns Trainer Uwe Krupp lobte trotz der 5. Niederlage in Folge: „Wir haben ein gutes Spiel gemacht – von der 1. bis zur letzten Minute. Viele Torchancen, viele Schüsse gehabt, wir hatten mehr vom Spiel. Ich glaube, wir haben das ganze Spiel dominant gespielt.“
„Mal schön den Ball flach halten“ bremste Bietigheims Daniel Weiß nach dem 5. Sieg in Folge zu hohe Erwartungen. Allerdings habe er die Qualität des Teams schon früh erkannt: „Ich habe auch schon vor der Saison gesagt als ich in die Kabine reingeguckt habe und gesehen habe, was wir für eine gute Mannschaft haben. Wenn wir weiter so spielen, wird´s schwer uns zu schlagen.“ Sein Kapitän Constantin Braun hatte im Gespräch mit Patrick Ehelechner zuvor erklärt: „Wir Jungs haben aktuell, wie sagt man so schön: wir haben ganz schöne Eier. Wir glauben an uns.“
Der Link zum Spiel: www.youtube.com/watch?v=18k9QwGAYDk
Die PENNY DEL live bei MagentaSport:
Freitag, 07.01.2022
Ab 19 Uhr in der Konferenz oder als Einzelspiel: EHC Red Bull München – Straubing Tigers, Schwenninger Wild Wings – Kölner Haie, Düsseldorfer EG – Eisbären Berlin, Pinguins Bremerhaven – ERC Ingolstadt
Sonntag, 09.01.2022
Ab 13.45 Uhr: Eisbären Berlin – Nürnberg Ice Tigers
Ab 16.45 Uhr: Straubing Tigers – Düsseldorfer EG, Krefeld Pinguine – Bietigheim Steelers
Ab 18.45 Uhr: Adler Mannheim – Schwenninger Wild Wings
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