Fußball

Wolfsburg und Gerhardt am Montag in Paderborn unter Zugzwang: „Wir wissen, dass sehr viel Druck auf dem Spiel ist“

Seimen zum Rückspiel: „Es ist alles auf Null gestellt“ - Gerhardt erklärt den Spielverlauf: „Es wollten natürlich nicht alle All-in gehen“ - Kettemann zur Chance kurz vor Schluss: „Bei Filip war die Milch auch ein bisschen sauer in dem Moment“ - Helmes zur Ausgangslage: „Jetzt dreht sich das Ganze“

Unterföhring, 21.05.2026

Die wichtigsten Stimmen zum Hinspiel der Relegation zur 1. Fußball-Bundesliga zwischen VfL Wolfsburg und SC Paderborn (0:0) bei Sky.  

 

Yannick Gerhardt (VfL Wolfsburg) ...

… zum Spiel: „Wir hätten uns gewünscht, zu gewinnen und ein, zwei Tore zu schießen. Jetzt haben wir am Montag ein Endspiel. Die 90 Minuten haben gezeigt, was wir erwartet haben: Paderborn war sehr diszipliniert, läuferisch stark und hat die Räume sehr eng gemacht. Wir haben teilweise die Lücken gut gefunden und in der zweiten Halbzeit auch eine gute Drangphase gehabt. Aber leider kam der letzte Pass nicht an. Bei Standards hatten wir auch zweimal Glück. So war das ein typisches erstes Relegationsspiel. Es wollten natürlich noch nicht alle All-in gehen. Trotzdem bin ich weiterhin überzeugt, dass wir das am Montag machen.“

… zum Druck im Rückspiel: „Wir wissen, dass sehr viel Druck auf dem Spiel ist. Aber unsere Herangehensweise in den letzten Wochen ist klar: Wir können etwas gewinnen. Wir haben aus dieser schweren Phase das Minimalziel erreicht. Deswegen bleiben wir positiv und werden das am Montag schaffen.“

 

Dieter Hecking (Trainer VfL Wolfsburg) ...

… zur Bedeutung der Relegation (vor dem Spiel): „Von der Wichtigkeit her ist es sicherlich eines der wichtigeren Spiele. Relegationsspiele haben ihren besonderen Charakter. Da liegt noch ein besonderer Druck auf diesen Spielen. Deshalb ist es natürlich schon ein Spiel, das uns alles abverlangt.“

… zur nötigen Lockerheit (vor dem Spiel): „Ich versuche es vorzuleben, dass ich auch mal einen Spruch draufhabe, jemanden in den Arm nehme und mal hochnehme. Dann muss aber auch wieder die Arbeit im Fokus stehen. Der Fokus liegt klar auf dem, was wir heute hier abliefern müssen. Die letzten Wochen war schon ordentlich Druck auf dem Kessel. Wir hatten eigentlich keinen Spieltag, an dem wir uns noch einen Ausrutscher hätten erlauben dürfen. Das ist uns am Ende Gott sei Dank gelungen. Darauf fußt auch unsere Zuversicht, dass wir in den letzten Wochen sehr stabil dahergekommen sind.“

… zum Stolz auf die Entwicklung (vor dem Spiel): „Ich bin stolz darauf, was wir hier in den letzten Wochen gemeinsam noch mal hinbekommen haben, dass wir diese beiden Spiele jetzt spielen dürfen. Ich erinnere mich zurück an Anfang März nach dem Hamburg-Spiel. Da habe ich wenig Zuversicht gespürt. Das war eher Panik in den Augen.“

… zur Relegationserfahrung (vor dem Spiel): „In der Relegation ist klar, dass der Druck beim Erstligisten liegt. Den dürfen und wollen wir auch zulassen, weil es einfach so ist. Aber ich weiß aus diesen Spielen und auch aus den letzten Jahren: Das erste Spiel ist meistens nicht das entscheidende.“

… zu Ralf Kettemann (vor dem Spiel): „Man muss Paderborn gratulieren, dass sie immer wieder junge Trainer finden, die sofort abliefern und sofort einen guten Zugang zu diesem Verein finden. Ralf hat seinen eigenen Spielstil für diese Mannschaft geprägt. Sie sind fußballerisch besser als St. Pauli, deshalb kommt da schon eine Aufgabe auf uns zu, die wir lösen müssen.“

… zur Wolfsburger Zukunft (vor dem Spiel): „Wenn wir das wirklich lösen in diesen beiden Spielen, dann sollten wir mal in uns gehen. Man hat uns zu Recht für die letzten Jahre kritisiert, weil das Ergebnis nicht gestimmt hat. Wir sollten demütig erst mal in uns gehen, was hier wirklich hingehört und wie es in Zukunft aussehen kann.“

 

Ralf Kettemann (Trainer SC Paderborn) ...

… zum Ergebnis: „Wir wissen alle, wie man das einzuschätzen hat, wer hier gegen wen gespielt hat. Auswärts in Wolfsburg war es schon so ein Ziel, dass wir jetzt nach Hause fahren und am Montag die absolut realistische Chance haben, ein kleines Fußballfest zu feiern. Die Jungs haben ihr Herz auf dem Platz gelassen, sind leidenschaftlich marschiert. Deswegen sind wir sehr happy damit. Der kleine Wermutstropfen ist natürlich Gelb-Rot am Ende.“

… zur großen Chance kurz vor Schluss: „Das wäre natürlich cool gewesen, hier den Lucky Punch zu setzen. Bei Filip war die Milch auch ein bisschen sauer in dem Moment, also die Beine waren müde. Grabara kommt top raus. Für mich war eigentlich klar, dass das ein Sven-Michel-Tor ist, dass er irgendwie seinen Haxen dazwischenkriegt. Schade, dass es in dem Moment nicht geklappt hat.“

… zum Plan bis zum Rückspiel: „Jetzt heißt es morgen und Samstag runterfahren, entspannen. Dann Richtung Sonntag langsam hochfahren und am Montag um 20.30 Uhr Vollgas am Start sein.“

… zu seiner Emotionalität (vor dem Spiel): „Ich will jedes Spiel gewinnen. Ich möchte den Schiedsrichtern nichts Böses. Die geben alle ihr Bestes, so wie wir alle unser Bestes geben. Aber ich habe manchmal Peaks und habe das Gefühl, dass derjenige, der in der Mitte ist, das verhindern möchte. Das ist natürlich Blödsinn. Es muss ja irgendwo hin, die Energie muss irgendwo hin. Ich bin ein leidenschaftlicher Kerl.“

… zur Grußbotschaft von Benjamin Weber (vor dem Spiel): „Er hat die Mannschaft zusammengestellt. Das ist für einen Trainer mit das Wichtigste: Wie schaut die Mannschaft aus? Wenn die keine Qualität hat, ist es schwer, überzuperformen. Benny Weber hat das Fundament gelegt, dass wir jetzt hier stehen dürfen.“

 

Laurin Curda (Kapitän SC Paderborn) ...

… zur Leistung der Mannschaft: „Es war sehr, sehr viel Arbeit für uns. Das war uns schon vor dem Spiel klar, was uns hier in Wolfsburg erwartet. Aber ich glaube, bei uns hat heute jeder alles auf dem Platz gelassen. Jetzt haben wir ein gutes Resultat rausbekommen.“

… zur Chance auf den Sieg: „Wir haben in verschiedenen Phasen auch unser Ballbesitzspiel durchbekommen und ab und zu eine Konterchance gehabt. Am Ende hatten wir noch einmal die Möglichkeit, da hat noch ein bisschen das Glück gefehlt, den Ball über die Linie zu drücken. Aber ich glaube, das Ergebnis ist heute gerecht.“

… zum Unterschied gegen einen Erstligisten: „Wir haben trotzdem versucht, unsere Identität auf den Platz zu bringen. Das haben wir phasenweise auch geschafft. Dann ist aber auch klar, dass du bei so einer Qualität auch mal hinten aushalten musst. Das haben wir heute gut hinbekommen.“

… zur Unterstützung der Fans: „Wir haben noch lange keinen Aufstieg erreicht. Jetzt gilt es, zu Hause noch einmal eine richtig gute Leistung abzurufen. Aber es ist Wahnsinn, was unsere Fans die komplette Saison auswärts und zu Hause zaubern. Wir sind eine richtige Einheit geworden.“

… zur Ausgangslage für das Rückspiel: „Wir haben jetzt einfach ein Finalspiel. Wir haben hier die Null gehalten, das war die erste Priorität. Leider hat es nicht geklappt, dass wir noch ein Tor schießen. Jetzt haben wir ein Finalspiel zu Hause und da gilt es, noch einmal alles abzurufen und es über die Linie zu bringen.“

 

Dennis Seimen (Torwart SC Paderborn) ...

… zur Ausgangslage nach dem Hinspiel: „Es ist ein Unentschieden, es ist alles auf Null gestellt und wir haben jetzt ein Heimspiel. Wir werden alles dafür tun, damit wir den großen Schritt erreichen.“

… zur Defensivleistung: „Wir haben heute gelitten, wir haben alles dafür getan. Klar kannst du gegen eine Bundesliga-Mannschaft nicht alles wegverteidigen. Aber wir haben uns in jeden Ball reingeschmissen, wir haben gefightet und ich bin stolz auf die Mannschaft.“

… zum Niveau gegen Wolfsburg: „Man hat die Qualität von Wolfsburg gesehen. Wir hatten gehofft, dass wir ein bisschen mehr mit dem Ball anfangen können. Sie haben gut verteidigt und uns wenig Möglichkeiten gegeben. Es ist klar, dass du es gegen einen Bundesligisten noch mal einen Tick besser machen musst. Wir haben jetzt drei Tage Zeit, uns gut vorzubereiten und nochmal ein paar Dinge zu besprechen.“

… zur eigenen Zukunft: „Da habe ich mir gar keine Gedanken drüber gemacht. Ich habe noch ein Spiel für Paderborn und will da aufsteigen. Das ist das Einzige, was für mich zählt.“

 

Sky Experte Patrick Helmes ...

… zur Ausgangslage nach dem Hinspiel: „Man muss schon sagen, dass Wolfsburg die bessere Mannschaft war. Aber die größte Chance hatte Bilbija kurz vor Schluss. Jetzt dreht sich das Ganze. Du spielst in Paderborn, in einem kleineren Stadion. Ich bin gespannt, ob die Wolfsburger dem Druck noch einmal standhalten, weil ich glaube, das wird ein etwas anderes Spiel in Paderborn.“

… zum Paderborner Vorteil vor dem Rückspiel: „Du nimmst die wichtigste Erkenntnis mit, dass du es geschafft hast, 90 Minuten fast auf Augenhöhe zu spielen. Es gibt immer diesen einen Tag und den einen Moment, an dem du das schaffen kannst. Ich glaube, dass Paderborn schon am Montag daran glaubt, Wolfsburg richtig wehtun zu können.“

… zum deutschen WM-Kader (vor dem Spiel): „Für mich ist der fünfte Sechser einer zu viel, weil Kimmich rechts hinten spielt, im Notfall aber immer noch auf der Sechs spielen könnte. Vagnoman fehlt mir als reingelernter Rechtsverteidiger. Und vorne nimmt Nagelsmann Sane mit. Im Fußball gibt es immer diese Treppe: Du musst Leistung im Verein bringen, um dir den Adler auf der Brust zu verdienen. Das stimmt bei Sane gerade bei Gala nicht. Führich oder El Mala haben das ganze Jahr kontinuierlich Leistung gebracht. Deshalb tut es mir für die Jungs besonders weh.“

… zum Paderborner Weg (vor dem Spiel): „Paderborn hat einen Wahnsinnsweg hingelegt. Man muss die Arbeit des SC Paderborn loben. Sie verlieren Leistungsträger, sie verlieren Trainer, die einen guten Job machen, und trotzdem ist es kontinuierlich gute Arbeit. Das zahlt sich genau da aus, wo es bei Wolfsburg in den letzten Jahren nicht der Fall war.“

 

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