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Lothar Matthäus über BVB, Bellingham, Niko Kovac, Transfers, FC Bayern und Max Eberl

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Lothar Matthäus über BVB, Bellingham, Niko Kovac, Transfers, FC Bayern und Max Eberl

Lothar Matthäus zeigt Verständnis für den Unmut der Eltern von Jobe Bellingham bezüglich dessen Einsatzzeiten. Von BVB-Trainer Niko Kovac fordert er eine schnelle Festlegung auf eine erste Elf.

Lothar Matthäus über BVB, Bellingham, Niko Kovac, Transfers, FC Bayern und Max Eberl
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Lothar Matthäus über BVB, Bellingham, Niko Kovac, Transfers, FC Bayern und Max Eberl

Unterföhring, 25.08.2025

Der Sky Sport Experte schwärmt von der Bayern-Offensive und wünscht sich, dass die Verantwortlichen den jungen Spielern viel Vertrauen schenken. Zudem lobt Matthäus die Arbeit auf dem Transfermarkt von FCB-Sportvorstand Max Eberl.


Die Eltern von Jobe Bellingham haben beim BVB für Ärger in den Katakomben gesorgt. Sebastian Kehl hat mit deutlichen Worten reagiert. Ich verstehe beide Seiten. Bellingham hat in Essen nicht von Anfang an gespielt, er ist der Königstransfer. Ich habe mich bei Dortmund schon gefragt: 'Wo sind die Stammspieler?'


In der Verteidigung hat der BVB Verletzungsprobleme. Deshalb hat auf St. Pauli auch der junge Filippo Mane dort gespielt. Im Mittelfeld hat man dagegen ein Überangebot an Spielern. Auch vorne ist Dortmund neben Serhou Guirassy mit Maximilian BeierKarim Adeyemi und Julian Brandt gut aufgestellt. Alle haben auch gespielt. Aber ich habe es schon in der Vorsaison Nuri Sahin vorgeworfen: 'Man muss erst einmal seine erste Elf finden.'


Jobe Bellingham ist kein Zehner

Bei Bellingham weiß ich es nach den ersten beiden Pflichtspielen nicht. Hat er jetzt einen Stammplatz oder nicht? Bellingham weiß es selbst nicht: 'Zählt der Trainer auf mich?' Niko Kovac hat auf St. Pauli mit Marcel SabitzerPascal Groß und Bellingham im Zentrum angefangen. Dann ist aber eben noch ein Felix Nmecha. Diese vier Spieler sind für mich Sechser oder Achter. Da kannst du dann mit einem Sechser und zwei Achtern spielen oder auf der Zehn auf Brandt setzen. Ein Zehner ist Bellingham nicht.


Die Eltern managen ihn und sind mit den Einsatzzeiten unzufrieden. Ihre Sichtweise kann ich nachvollziehen. Dass es Ärger gibt, gehört dazu, aber nicht da, wo es stattgefunden hat. Das sollte nicht in den Katakomben passieren, sondern am nächsten oder übernächsten Tag in Dortmund hinter verschlossenen Türen in einem Büro von Lars RickenKehl oder Kovac. Dennoch darf Kovac nicht die ganze Zeit zu viel im Mittelfeld und Angriff wechseln, sondern sollte sich festlegen und diesen Spielern dann Vertrauen schenken.


Dortmund hat ein Abwehrproblem

Dortmund darf jetzt nicht zu viele Punkte verlieren, dass man wieder so einem Rückstand hinterherlaufen muss wie in der Vorsaison. Vielleicht sollte Kovac angesichts der defensiven Probleme auch schon über eine Systemumstellung nachdenken, um nicht Spieler auf Positionen stellen zu müssen, die eigentlich nicht ihre Stammpositionen sind. Sorgen mache ich mir beim BVB in der Abwehr aufgrund der vielen Ausfälle. Offensiv habe ich bei den Dortmundern mit der Qualität keine Bedenken.


Man kann jetzt auch nicht erwarten, dass ein Jugendspieler wie Aaron Anselmino, der vom FC Chelsea auf Leihbasis kommt, die Dortmunder Defensive plötzlich stabiler macht. Rückkehrer Carney Chukwuemeka hat für mich eine hohe Qualität, von diesem Spieler bin ich begeistert. Er ist ein Riesenspieler für das Mittelfeld. Ich habe Kehl persönlich gesagt: 'Den würde ich gerne in der Bundesligasehen'. Aber natürlich wird Chukwuemeka die BVB-Abwehrprobleme nicht lösen können. Wenn alle verletzten Innenverteidiger zurück sind, dann ist die Borussia auch dort sehr gut aufgestellt.


Eberl hat viel Gehalt eingespart

Beim FC Bayern bin ich ja häufig kritisch. Aber Max Eberl hat auf der Verkaufsseite gut gearbeitet. Er hat mit seinen Verkäufen über 100 Millionen Euro eingenommen und durch diese Abgänge auch einen richtig großen Berg an Gehalt eingespart. Diese Einsparungen waren auch die Aufgabe von Eberl. Mit Jonathan Tah und Tom Bischof hat man zwei Nationalspieler quasi ablösefrei bekommen. Dafür hat man Thomas Müller und Leroy Sane ablösefrei verloren. Das gleicht sich aus.


Für Luis Diaz hat Eberl viel Geld in die Hand genommen. Aber Diaz bringt neue Elemente ins Bayern-Spiel. Er ist schnell, torgefährlich, arbeitet viel und agiert körperlich auf dem Platz anders als Sane. Deswegen sehe ich ihn als guten Einkauf. Diaz und auch Michael Olise auf der anderen Seite arbeiten aggressiv mit nach hinten. Das sind natürlich super Voraussetzungen für jeden Trainer. Bei den defensiven Zweikämpfen ist Sane auch mal vorne stehen geblieben. Diaz ist der Eins-zu-eins-Ersatz für Sane, mit Vorteil für Diaz, weil er mehr nach hinten arbeitet.


Bayern wird noch einen Spieler holen

Der Handschlag von Uli Hoeneß mit Eberl war für mich überraschend. Ich habe aber das Gefühl, dass Eberl in dieser Transferperiode einen sehr guten Job gemacht hat. Er hat frischen Wind reingebracht und einiges an Spielermaterial verkauft, das nicht mehr gebraucht wurde. Ich sehe das Offensivproblem auch nicht so schlimm. Die Qualität der Stammspieler ist Weltklasse. Zudem sehe ich es als Chance für die Jungen. Ich würde dem Trainer mitgeben, dass er vermehrt auf diese setzen soll. Ich kann aber auch den Abgang von Paul Wanner, der das Gefühl hatte, dass man nicht auf ihn setzt, verstehen.


Es war vor mehreren Jahren ja schon die Ansage von Hoeneß, dass man den Campus mehr miteinbeziehen soll. Das muss man jetzt machen. Ich bin zudem überzeugt, dass Bayern noch einen Spieler bis zum Deadline Day holen wird.




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